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Kontrastqualität nach Augenlaser-Behandlung: Unscharfes Sehen / Kontrastverlust nach Lasik-OP?

am 25. Februar 2013

Immer wieder wird über den möglichen Kontrastverlust nach einer Lasik-Augenlaserbehandlung berichtet. Um die Auswirkungen des Augenlaserns auf die Kontrastqualität beim Sehen zu verstehen, muss man allerdings etwas weiter ausholen. Dieser Artikel soll die Zusammenhänge bzgl. der Nebenwirkungen wie verminderter Kontraste nach Lasik-OPs näher beleuchten.

Grundsätzlich: Die refraktive Chirurgie befasst sich mit Augenoperationen, welche zur Verbesserung der Sehkraft bei Ametropien eingesetzt werden. Ametropien sind Fehlsichtigkeiten des Auges in niederer Ordnung, im engeren Sinn zusammengefasst: das Vorliegen von Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) oder einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus, auch: Stabsichtigkeit). Ametropien sind keine Augenerkrankungen, sie sind begründet durch den Aufbau des Auges und das Zusammenspiel der einzelnen Bestandteile. In der modernen Medizin setzt man für die Korrektur von Fehlsichtigkeiten spezielle Lasergeräte ein, die sehr exakte Ergebnisse bieten und risikoarm arbeiten. Das Ziel ist, Ametropien zu mindern oder auch ganz zu korrigieren, sodass sich die Abhängigkeit von Sehhilfen wie Brille oder Kontaktlinsen verringert. Die derzeit am häufigsten eingesetzten Verfahren der Augenlaserchirurgie sind PRK, LASEK, C-TEN sowie LASIK inkl. verschiedener Varianten wie Femto-Lasik oder iLasik und anderen. Trotz hoher Qualität der Lasermethoden kann es nach dem Eingriff zu Nebenwirkungen kommen, wie etwa zu einer Minderung des Kontrastsehens.

Fehlsichtigkeiten des Auges im engeren Sinn

Fehlsichtigkeiten des Auges entstehen dann, wenn das in die Hornhaut einfallende Licht so gebrochen wird, dass es zu keiner punktgenauen Abbildung auf der Netzhaut kommen kann. Bei einer anatomisch bedingten Fehlsichtigkeit kann die Länge des Augapfels die Ursache sein, der Augapfel kann zu lang oder zu kurz ausfallen. Auch das Verhältnis aller übrigen, am Sehvorgang beteiligten Komponenten des Auges zueinander kann zu einer mangelhaften Abbildung führen. Weil sich eine solche Fehlsichtigkeit häufig nicht ursächlich behandeln lässt (wie etwa ein zu kurzer Augapfel), nimmt man stattdessen eine symptomatische Korrektur mithilfe eines Speziallasers vor, die direkt an der Hornhaut ausgeführt wird. Der Sinn ist, durch das Umformen der Hornhaut die Brechung des Lichtes so zu verändern, dass eine korrekte Abbildung des Bildes auf der Netzhaut erfolgt.

Excimer-Laser – die Berechnung und Durchführung eines Hornhautabtrags

Um die Hornhaut umzuformen, setzt man einen Excimer-Laser ein. Hierbei handelt es sich um einen Kaltlicht-Gaslaser, der im ultravioletten Wellenbereich arbeitet. Er besitzt die Fähigkeit, winzige Gewebeteilchen ohne Wärmeentwicklung zu verdampfen, wobei er das Gewebe nicht direkt berührt. Bei Patienten, die sich für eine Augenlaserbehandlung vorstellen, wird zuerst eine umfassende Untersuchung vorgenommen. Mithilfe der Ergebnisse dieser Untersuchungen kann der Excimer-Laser den erforderlichen Hornhautabtrag, das sogenannte Ablationsprofil berechnen. Bei der Operation nimmt er dann selbstständig den Abtrag vor. Lediglich die Freilegung der Hornhaut wird vom Chirurgen durchgeführt.

PRK, LASEK und C-TEN – Laserkorrektur an der Oberfläche der Hornhaut

Die einfachsten und nahe liegendsten Methoden der Hornhautkorrektur mittel Laser sind PRK (photorefraktive Keratektomie), LASEK (Laser-epitheliale Keratomileusis) und C-TEN (Customized Trans-Epitheliale Non-Contact Ablation). Bei diesen Verfahren wird der Hornhautabtrag an der Hornhautoberfläche vorgenommen, nur das Epithel (Deckgewebe) wird entfernt. Bei der PRK wird das Deckgewebe mit einer Alkohollösung abgenommen, dann trägt der Laser das Gewebe an der Hornhautoberfläche ab. Bei der LASEK schiebt man das Epithel mit einem chirurgischen Instrument zur Seite, nimmt den Abtrag vor und schiebt das Epithel wieder zurück. Bis zur Heilung des Epithels werden bei beiden Verfahren in der Regel Augentropfen verabreicht und es wird eine schützende Kontaktlinse auf das Auge gesetzt. Es kann in den ersten Tagen nach dem Eingriff zu Schmerzen und Sehschwäche kommen. Das Gewebe muss sich zunächst entsprechend regenerieren und verheilen. Bei der, gerade erst entwickelten C-TEN Methode übernimmt ein speziell für das C-TEN Laser Verfahren ausgerüstetes Lasergerät die Entfernung des Epithels, ohne dass eine Berührung des Auges erfolgt. Zum C-TEN Verfahren gibt es derzeit noch wenige Praxisberichte, da es sich erst in der Startphase befindet.

LASIK – Laserkorrektur im mittleren Hornhautbereich

Das aktuell am häufigsten durchgeführte Verfahren zur Laserkorrektur der Augen ist die LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis). Im Gegensatz zu PRK und LASEK nimmt der Laser den Abtrag nicht an der Oberfläche der Hornhaut vor, sondern in der mittleren, schmerzunempfindlichen Hornhautschicht. Dies wird durch einen seitlichen Einschnitt im mittleren Hornhautbereich ermöglicht, der mit einem Mikrokeratom (elektronisches Skalpell) vollzogen wird. Durch den Einschnitt, den man kurzfristig anhebt und zur Seite umschlägt, wie einen Buchdeckel, hat der Laser Zugang zum Inneren der Hornhaut und nimmt den Abtrag dort vor. Nach der Beendigung klappt man den Einschnitt wieder zu, dieser haftet durch die Adhäsion am Auge an.

Kontrastverlust nach Lasik: Spiegel-Artikel zu Nebenwirkungen von Augenlaserbehandlungen (Screenshot des PDFs unter http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=62013406

Kritischer Spiegel-Artikel zu Nebenwirkungen von Augenlaserbehandlungen: Zwar von 2008, aber dennoch sehr informativ (Screenshot des PDFs unter http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=62013406…)

Mögliche Nebenwirkungen bei der refraktiven Augenlaserbehandlung

Obwohl die Lasertechnologie heute bereits weit fortgeschritten ist, gibt es bei jedem Eingriff mögliche Risiken, die von Patient zu Patient sehr unterschiedlich ausfallen können. Eine der häufigsten Folgeerscheinungen einer Augenlaserbehandlung sind trockene Augen. Sie entstehen wahrscheinlich durch Verletzungen des feinen Nervengewebes der Hornhaut. Das Auge kann dadurch keine Anforderung zur Produktion von Tränenflüssigkeit an das Gehirn senden. Es kommt zu unangenehmen Erscheinungen wie Augenbrennen, Fremdkörpergefühl im Auge und Ankleben des Lids am Augapfel, was nachts besonders stark auftritt. Verstärkte Blendempfindlichkeit gegenüber Lichtquellen gehört ebenfalls zu den häufig auftretenden Phänomenen nach der Augenlaser-OP. Betroffene Personen sehen Lichtringe (Halos) oder sternenförmige Strahlen (Starbursts), Nebelschleier (Haze), Doppelbilder (Ghostings) oder eine verwischte Sicht im Fokus (Glare). Oft sind auch die Prognosen der zu erreichenden Dioptrien-Werte zu hoch angesetzt und werden nicht erreicht.

Kontrastverlust nach Lasik als Folgeerscheinung der Augenlaser-OP

Schließlich ist eine Nebenerscheinung, von der sehr viele Patienten betroffen sind, der Kontrastverlust bei der Optik. Patienten berichten, dass ihnen die Welt seit der Operation ‚wie ein verblasstes Foto‚ erscheint. Die möglichen Ursachen von dieser und auch anderen der genannten Folgeerscheinungen, sehen Spezialisten in winzigen Gewebeverletzungen, die zur Narbenbildung führen. Die Narben zerstreuen die Brechkraft der Hornhaut in verschiedene Richtungen, es kommt zu einem verminderten Kontrastsehen des Bildes (reduzierte Kontrastschärfe). Außerdem scheint es so zu sein, dass das Abtragen der Hornhaut mikroskopisch feine Aushöhlungen im Hornhautgewebe hinterlässt, wodurch sich die Oberfläche der Hornhaut im Laufe des Heilungsprozesses ungleichmäßig krümmt. Diese Krümmungen führen ebenso zur Ablenkung der in die Hornhaut einfallenden Lichtstrahlen und daraufhin zur Streuung des Lichts, welche den Kontrast wiederum mindert. Die Sehstörung wirkt sich besonders bei Dämmerung oder in der Dunkelheit aus, sie kann zu einer regelrechten ‚Nachtblindheit‘ führen, die dem Betroffenen die aktive Teilnahme am Straßenverkehr, wie etwa das Autofahren zu diesen Zeiten verbietet.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität von Laseroperationen

Man konnte in der Vergangenheit feststellen, dass ein bestimmter Personenkreis ausgesprochen anfällig für störende Nebenwirkungen wie den Kontrastverlust nach einer Laserbehandlung ist. Dies betrifft in der Regel Menschen mit hohen Dioptrien-Werten, sehr großen Pupillen oder auch Patienten die eine Wiederholungsbehandlung vornehmen lassen. Im Zusammenhang mit der Problematik werden oft besonders sanfte oder individuelle Behandlungsmethoden diskutiert. Die Femto-LASIK ist eine LASIK, bei welcher ein Femtosekunden-Laser anstelle des Mikrokeratoms den Hornhautschnitt vornimmt. Es handelt sich um einen Infrarotlaser, der mit einer enormen Geschwindigkeit, ohne Wärmeentwicklung, berührungsfrei Gewebe trennen kann. Er arbeitet äußerst exakt und schneidet erheblich feiner als ein Mikrokeratom, dadurch hinterlässt er weniger störende Spuren im Gewebe. Eine andere sanfte Methode zur Verringerung von Nebenwirkungen ist die Wellenfront-Lasik. Sie arbeitet mit einem Aberrometer um Aberrationen, Fehlsichtigkeiten höherer Ordnung welche die Sicht zusätzlich beeinträchtigen auszuschalten. Mit der topografiegeführten LASIK kann man störende Unebenheiten der Hornhaut, wie Narben oder Verkrümmungen ausgleichen. Dabei vermisst man die Hornhautoberfläche bei der Behandlung und gleicht Unebenheiten aus.


Ein Video zur Femto-LASIK: www.youtube.com/watch?v=ZpYlZoJHbHE

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Stand der Informationen: Februar 2013

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